EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Issum von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bau und Streckeneröffnung

1866 starteten die Vermessungsarbeiten entlang der Strecke. Ende 1871 begann die Cöln- Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (CME) mit den Bauarbeiten an der 62,7 Kilometer langen „Venloer Bahn“ zwischen Haltern am See über die Rheinbrücke bei Wesel (1872 erbaut) nach Venlo (Niederlande). Die Strecke wurde später zweigleisig ausgebaut. Das erste Teilstück nach Wesel wurde am 1. März 1874 eröffnet. Am 31. Dezember 1874 ging der Streckenzweig der „Hamburg- Venloer Bahn“ von Haltern über Geldern nach Venlo und damit die Gesamtstrecke in Betrieb. Die Bahnstrecke war ein Teil der geplanten Verbindung von Paris nach Hamburg. Sie hatte jedoch nur lokale Bedeutung.

Das Empfangsgebäude Issum

Der mehrteilige Backsteinbau von 1874 in Seitenlage besaß einen giebelständigen, zweigeschossigen Mittelteil, der von einem traufenständigen, einstöckigen Anbau in Osten und einem weiteren traufenständigen, einstöckigen Anbau mit Mezzanin (Halb- oder Zwischengeschoss) mit anschließendem Güterschuppen im Westen flankiert wurde. Alle Gebäudeteile verfügten über Satteldächer. Im Erdgeschoss waren Rundbogen- im Obergeschoss Segmentbogenfenster verbaut worden. Das Mezzanin besaß Rechteckfenster. Die Stockwerke wurden optisch durch ein Gurtgesims (an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt) getrennt. Die Gebäudekanten wurden durch Ecklisene (leicht hervortretende Eckverstärkung) hervorgehoben, die sich im Giebel getreppt fortsetzten. Der Güterschuppen mit weit auskragender Überdachung an der Ortsseite verfügte über eine Kopframpe und Seitenrampen. Die Gleisanlage bestand anfangs aus dem Hauptgleis mit kreuzendem Überholgleis sowie zwei Gütergleisen. Es wurden überwiegend Grubenholz sowie landwirtschaftliche Güter verladen. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse III. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Um 1900 wurde an der Ostseite der Gleisanlage ein Gleisanschluss mit Waggon-Drehscheibe zur Brauerei Diebels verlegt. 1902 erhielt der Bahnhof je ein Stellwerksgebäude in den Bahnhofsköpfen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das zweite Streckengleis zurückgebaut. 1940 verfügte der Bahnhof über zwei Bahnsteige mit zwei Umfahrgleisen. Den Personenverkehr stellte die Deutsche Bundesbahn (DB) am 29. Mai 1960 ein. Die Stellwerke wurden aus dem Betrieb genommen und die Weichen auf Handbetrieb umgestellt. Am 28. Februar 1967 stellte die DB den Güterverkehr ein. 1975 wurden die Gleise zurückgebaut und die Stellwerke abgerissen. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude wurde verkauft und wird heute als Wohnhaus genutzt. Nachträglich verklinkerte der Eigentümer das Gebäude, wobei die westliche Gebäudewand ausgenommen wurde. Die Rundbogen- und Segmentbogenfenster ersetzte er durch Rechteckfenster.
Die Eisenbahn “kam” am 31. Dezember 1874 nach Issum. Also 39 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Issum hatte zu diesem Zeitpunkt wenig Einwohner (Ende 2020 waren es 12.113 Einwohner).
Haltern - Venlo Haltern am See Geldern
Bahnhof 1899
Luftaufnahme
Bilder Issum
Planung und Konzession

Bahnstation Issum